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Meerbusch als Ausgangspunkt: Acht besondere Ausflugsziele im Rheinland

Von der Ilvericher Altrheinschlinge bis zu Kloster Knechtsteden: acht Natur- und Geschichtsziele samt Tipps für einen rücksichtsvollen Ausflug.

Meerbusch Bewegt · 2026-11-07
verstecke Orte am Rhein
verstecke Orte am Rhein · Rhein Bewegt

Wer in Meerbusch lebt, hat einige besondere Landschaften beinahe vor der Haustür: die Ilvericher Altrheinschlinge und die Nierster Spey. Doch auch jenseits der Stadtgrenzen warten Orte, an denen sich die Geschichte des Rheins, mittelalterliche Mauern und stille Waldwege entdecken lassen. Diese acht Ziele eignen sich für Ausflüge, bei denen nicht das große Besucherprogramm, sondern die Landschaft und ihre Geschichten im Mittelpunkt stehen.

Direkt vor der Haustür: zwei Naturräume in Meerbusch

1. Ilvericher Altrheinschlinge: dem alten Flussbogen folgen

Die Ilvericher Altrheinschlinge zeigt, wie stark der Rhein die Landschaft geformt hat. Der heutige Fluss verläuft anders, doch der frühere Bogen ist im Landschaftsbild noch erkennbar. Das rund 330 Hektar große Naturschutzgebiet umfasst Feuchtwiesen, Schilfflächen, alte Bäume und landwirtschaftlich geprägte Bereiche. Es bietet seltenen Pflanzen, Vögeln und Amphibien Lebensraum.

Hier steht keine inszenierte Sehenswürdigkeit im Mittelpunkt. Der Ausflug lebt davon, die verschiedenen Landschaftselemente wahrzunehmen und den Spuren des früheren Flusslaufs nachzugehen. Die Gegend lässt sich von öffentlich zugänglichen Feldwegen aus erkunden. Einzelne besonders wertvolle Biotope sind nicht öffentlich zugänglich: Bitte bleibt auf den Wegen und respektiert die Schutzbereiche.

2. Nierster Spey: Auenlandschaft statt Rheinpromenade

Im Norden von Meerbusch liegt die Nierster Spey, eine geschützte Auenlandschaft mit Wiesen, Röhrichtflächen und naturnahen Bereichen am Rhein. Pappeln, Wiesen und ruhige Uferabschnitte prägen den Charakter des Gebiets. Die Landschaft ist auch für zahlreiche Vogelarten ein wichtiger Lebensraum.

verstecke Orte am Rhein
verstecke Orte am Rhein · Rhein Bewegt

Die Spey ist kein Ziel mit großen Besucherzentren oder einer spektakulären Kulisse. Gerade der Kontrast zu den städtischen Rheinpromenaden macht ihren Reiz aus. Sie lässt sich nicht mit dem Auto direkt erschließen. Nutzt geeignete öffentliche Wege und haltet besonders während der Vogelbrutzeiten Abstand zu den Tieren.

Rheinauen und Flussgeschichte in der Nachbarschaft

3. Urdenbacher Kämpe: eine dynamische Auenlandschaft

Im Süden Düsseldorfs liegt die rund 316 Hektar große Urdenbacher Kämpe. Alte Kopfweiden, Feuchtwiesen, Auwälder und Streuobstwiesen bestimmen das Bild. Ein ehemaliger Rheinarm erinnert daran, dass der Fluss früher einen anderen Verlauf nahm. Bei hohen Wasserständen können Teile des Gebiets überflutet werden; diese natürliche Dynamik gehört zur Auenlandschaft, kann aber Wege unpassierbar machen.

Haus Bürgel liegt mitten in der Landschaft und blickt auf eine Geschichte zurück, die bis in die Römerzeit reicht. Der Bereich rund um das Haus eignet sich als Ausgangspunkt für einen Spaziergang auf ausgewiesenen Wegen. Prüft die Bedingungen vor dem Losgehen, wenn der Rhein Hochwasser führt.

verstecke Orte am Rhein
verstecke Orte am Rhein · Rhein Bewegt

4. Baumberger Aue: Natur bei Monheim

Zwischen Düsseldorf und Köln liegt Monheim am Rhein. In der Umgebung von Baumberg prägen feuchte Wiesen und Spuren früherer Rheinverläufe Teile der Landschaft. Gemeinsam mit dem Urdenbacher Altrhein stehen besonders wertvolle Flächen unter Naturschutz.

Der Ausflug bietet einen anderen Blick auf die Region als ein Spaziergang an einer belebten Rheinpromenade: Offene Landschaft und Natur stehen im Vordergrund. Ein Spaziergang rund um Baumberg lässt sich mit einem Besuch des historischen Monheimer Stadtkerns verbinden. In den geschützten Bereichen bleibt ihr bitte auf den vorgesehenen Wegen.

5. Worringer Bruch: ein ehemaliger Rheinarm im Kölner Norden

Im Norden Kölns liegt ein ausgedehntes Bruchwaldgebiet. Vor ungefähr 8.000 Jahren verlief hier noch ein Rheinarm. Später wurde die Flussschlinge vom Hauptstrom abgeschnitten und verlandete weitgehend. Heute umfasst das geschützte Naturgebiet rund 164 Hektar mit Auwäldern, feuchten Senken und Schilf.

verstecke Orte am Rhein
verstecke Orte am Rhein · Rhein Bewegt

Mit etwas Aufmerksamkeit lassen sich verschiedene Vogelarten beobachten; auch Spechte, Eulen und Amphibien finden hier Lebensraum. Der Worringer Bruch ist kein frei zugänglicher Abenteuerwald. Die Stadt Köln nennt unter anderem den Senfweg, den Erdweg und die Verbindung vom Bruchweg zum Weg Am Blutberg. Bleibt auf ausgewiesenen Wegen und haltet euch an die Schutzregeln.

Waldwege und Geschichte

6. Ennert bei Bonn: Wald und Spuren alter Steinbrüche

Wer bei einem Naturausflug in Bonn nicht nur an den Drachenfels denken möchte, kann den Ennert kennenlernen. Er bildet den nördlichen Ausläufer des Siebengebirges. Buchenwälder, Bachtäler und Spuren früherer Steinbrüche prägen die Landschaft. Wanderwege führen zwischen Oberkassel, Holzlar und den umliegenden Ortsteilen durch abwechslungsreiches Gelände.

Hier stehen eher Wald und Entdeckungen am Weg im Mittelpunkt als berühmte Aussichtspunkte. Für eine Wanderung sind feste Schuhe sinnvoll. Informiert euch vorab über ausgewiesene Wege und erkundet ehemalige Steinbruchbereiche nicht ungesichert.

7. Zons: mittelalterliche Mauern bei Dormagen

Die zu Dormagen gehörende Stadt Zons bewahrt eine bemerkenswert gut erhaltene mittelalterliche Befestigung. Türme, Tore, Mauern und schmale Gassen erinnern an die Zeit, in der der Ort als Zollfeste am Rhein Bedeutung hatte. Der Fluss war über Jahrhunderte ein wichtiger Handelsweg; wer den Schiffsverkehr kontrollierte, konnte wirtschaftliche Macht ausüben.

Ein Rundgang führt durch historische Straßen und entlang der Befestigungsanlage. Wer nicht nur die Hauptstraßen sehen möchte, kann auch kleinere Seitengassen und den Weg an der Stadtmauer in den Blick nehmen. Zons kann besonders außerhalb von Veranstaltungszeiten eine ruhigere Seite zeigen.

8. Kloster Knechtsteden: romanische Basilika in ländlicher Umgebung

Wenige Kilometer vom Rhein entfernt liegt bei Dormagen das Kloster Knechtsteden. Die Geschichte der Anlage reicht bis ins 12. Jahrhundert zurück; die romanische Basilika zählt zu den bedeutenden historischen Bauwerken der Region. Felder, Höfe und Waldgebiete machen auch die Umgebung zu einem Teil des Ausflugs.

Hier lassen sich Architektur, religiöse Geschichte und ein Spaziergang durch die Landschaft verbinden. Wer die Basilika besuchen möchte, sollte sich vorab über die aktuellen Zugangszeiten informieren.

So wird der Ausflug angenehm und rücksichtsvoll

Viele der vorgestellten Ziele sind Naturschutzgebiete oder liegen in empfindlichen Landschaften. Auf markierten beziehungsweise öffentlich zugänglichen Wegen zu bleiben, Tiere nicht zu stören und keinen Müll zurückzulassen, gehört deshalb zur Planung dazu. Feste Schuhe sind auf unebenen oder feuchten Wegen hilfreich. In Rheinauen können Hochwasser und nasse Böden den Zugang beeinträchtigen.

Erwartet nicht überall touristische Einrichtungen oder ein dichtes Angebot an Einkehrmöglichkeiten. Der besondere Reiz dieser Ziele liegt oft gerade darin, die Landschaft in ihrem eigenen Tempo zu erleben. Für Meerbuscherinnen und Meerbuscher beginnt die Entdeckung dabei ganz nah: an der Ilvericher Altrheinschlinge und in der Nierster Spey. Die weiteren Ziele zeigen, wie vielfältig Natur- und Kulturgeschichte im Rheinland miteinander verwoben sind.

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